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12.07.2011

Bio-Anbaufläche in Niedersachsen steigt seit 1996 auf das Vierfache

Der Verbraucher will Lebensmittel auf seinem Teller, die gesundheits- und umweltverträglich produziert wurden. Deshalb steigt die Nachfrage nach Bio-Gemüse, Bio-Getreide und auch nach Bio-Fleisch kontinuierlich weiter an. Der bundesweite Trend, die Anbauflächen für Bio-Produkte auszuweiten, zeigt sich besonders auch in Niedersachsen. Immer mehr Landwirte zwischen Weser und Elbe stellen ihre Anbau- und Produktionsmethoden um.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen verzeichnet ein Anwachsen der Bio-Anbauflächen seit 1996 um fast das Vierfache. Geht man von insgesamt 48.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen aus, so wirtschaften heute immerhin rund 1.300 von ihnen nach den Grundsätzen der Bio-Erzeugung. Waren es 1996 noch 500 bäuerliche Unternehmen, die Bio-Produkte erzeugten, so stieg diese Zahl bis heute um 170 Prozent. Trotzdem gibt es in unserem zweitgrößten Bundesland noch weit weniger Bio-Betriebe als in anderen Bundesländern. So erzeugen etwa in Bayern 6.437 Betriebe ökologische Produkte, in Nordrhein-Westfalen 1.800 und in Hessen 1.708. Der Trend ist eindeutig: Eine Vervierfachung der Bio-Anbauflächen in Niedersachsen seit 1996 spricht eine deutliche Sprache und zeigt die Richtung für die Zukunft der landwirtschaftlichen Entwicklung. Bio-Produkte sind weiter im Kommen und bei gesteigerter Nachfrage wird sicherlich auch die Produktionsfläche noch weiter anwachsen.

Die Bio-Verbände Demeter, Bioland und Naturland zählen zu den bekanntesten Vertretern der ökologisch arbeitenden landwirtschaftlichen Betriebe. Da immer mehr Verbraucher Bio-Produkte aus regionalem Anbau zu schätzen wissen und diese Produkte gezielt nachfragen, stieg der Flächenanteil von 21.000 Hektar auf rund 76.000 Hektar an. Dies entspricht einem Anteil an der Gesamtnutzfläche von knapp drei Prozent in Niedersachsen. Nicht zuletzt die Förderprämien der niedersächsischen Landesregierung helfen bäuerlichen Betrieben bei ihrer Entscheidung für eine Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf Bio-Produktion. Die zuständigen Landwirtschaftskammern bezuschussen die Bio-Bauern in der Umstellungsphase, indem sie für landwirtschaftliche Flächen zwei und für Dauerkulturen wie Obst drei Jahre lang Prämien zahlen.

Regionale ökologisch erzeugte Produkte liegen stark im Trend. Mit ihren biologischen Anbaumethoden nutzen die Bio-Bauern unsere natürlichen Lebensgrundlagen schonend und verantwortungsbewusst. Solche umwelt- und ressourcenschonenden Verfahren kommen den Verbraucherwünschen entgegen. Der Kunde will Produkte auf den Teller bekommen, die möglichst frisch, gesund und frei von Pflanzenschutzmittelrückständen sind. Sie sollen kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher hinter sich haben, und deren Produktion soll die Umwelt schonen. Die Lebensmittelskandale der letzten Jahre haben bei den Verbrauchern den Wunsch nach Lebensmitteln geweckt, die sie wieder genießen können, weil sie hervorragend schmecken und unbelastet sind. Der Konsument will wissen, woher das Gemüse auf seinem Teller stammt oder wo das Getreide gewachsen ist, das er als Brot auf dem Teller hat. Kurze Wege und die damit verbundene Frische der Produkte sind für Verbraucher ein wichtiges Kriterium, sich für Bio-Produkte aus der Region zu entscheiden. Damit Verbraucher auch gezielt darauf zurückgreifen können, denken immer mehr Landwirte darüber nach, ihre Anbauflächen entsprechend aufzustocken und ihre Bewirtschaftungsmethoden auf ökologische Produktion umzustellen. Dieser Trend hat sich auch in Niedersachsen deutlich in der Ausweitung der biologisch genutzten Agrarflächen niedergeschlagen.

Wie Matthias Balz vom Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) an der Universität München feststellt, übertrifft die Inlandsnachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten noch immer das Angebot. Dies dürfte auch für die Zukunft ein Grund sein, die landwirtschaftliche Nutzfläche für Bio-Produkte auch noch über das bisherige Maß zu steigern.


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